Samstag, 13.02.2010, 20 bis 23 Uhr
LIGNAS Music Box: Hymnen
Weblog von torstenm
LIGNAS Music Box am Samstag, 20 Uhr
Die Stadt hören - Praxisworkshop Ende Oktober
Die Stadt hören
Ein Workshop-Wochenende mit acht Expeditionen
Von Freitag, dem 30. Oktober bis Sonntag, dem 1. November 2009 im Freien Sender Kombinat, Hamburg und im öffentlichen Raum der Stadt.
Situation
In wenigen Städten der BRD war die Entwicklung der Stadt so umkämpft wie in Hamburg. Hafenstraße, Rote Flora und Park Fiction erinnern daran – doch in den letzten Jahren war es verhältnismäßig ruhig geworden. Das Konzept der wachsenden Stadt, das der CDU-geführte Senat seit 2002 verfolgt, ist nicht mehr gründlich herausgefordert worden.
Seit einiger Zeit gelangen immer mehr HamburgerInnen zur Überzeugung, dass dies nicht so bleiben darf. In St. Pauli-Süd rumort es, an verschiedenen Orten fordern KünstlerInnen Räume, im Schanzenviertel organisiert sich ein neues Stadtteilzentrum. Zugleich scheint ein spezifisches Wissen über die Stadt, um einzelne Straßenecken und deren Geschichte ebenso in Vergessenheit geraten zu sein, wie auch die Radikalität, mit der aufgrund der kapitalistischen Wohnsituationen die Gesellschaft im Ganzen einmal kritisiert worden ist. Und die Vision einer völlig anders funktionierenden Stadt ist fast gänzlich verschütt gegangen.
Samstag, 11.7. Lignas Music Box: Mond
Ein alter Babylonischer Mythos erzählt: Es gab Zeiten, da herrschte, sobald die Sonne verschwunden war, tiefste Nacht auf Erden. Nur die Sterne leuchteten von ferne auf die Menschen hinab, die nicht einmal die eigene Hand vor Augen erkennen konnten, geschweige denn die Wände ihrer Häuser, gegen die sie bei Dunkelheit pausenlos liefen. „Diesem Zustand muss ein Ende gesetzt werden!“ rief König Hammurabi und bestellte die besten Chöre und Musiker des Landes zu sich, auf dass sie den dunklen Himmel zum Beben und zum Bersten brachten.
Vortrag von Jeffrey Sconce am 7. Juli
Jeffrey Sconce
Radiophone Psychose und das “Targeted Individual”
Dienstag, 7. Juli, 18.30 Uhr (in englischer Sprache)
Universität Hamburg, Von-Melle-Park 6, Phil-Turm, Hörsaal F
Im Verlauf des letzten Jahrhunderts hat die Psychiatrie das “Hören von Stimmen” zu einem “Symptom ersten Ranges” für Schizophrenie erklärt. Wer von auditiven Halluzinationen betroffen waren, führte sie traditionell auf gespenstische radiophone Technologien zurück. In den letzten zwanzig Jahren ist eine neue Gemeinschaft der “Stimmen-Hörer” bemüht, diese Halluzinationen zu entpathologisieren. Indem sie sich selbst als “TI” für “targeted individuals” d.h Zielpersonen) bezeichnen, vertritt diese Gruppe die Auffassung, dass die Regierung der Vereinigten Staaten eine ganze Reihe elektromagnetischer Übertragungsgeräte zum Implantieren von “Stimmen im Kopf” perfektioniert habe. Im Gegensatz zu traditionellen paranoid Schizophrenen aber bleiben die “TIs” zumindest teilweise voll gesellschaftlich integriert.
Der Vortrag skizziert sowohl die Geschichte dieser Bewegung, als auch die Auswirkungen ihrer Versuche, die Beziehung zwischen Psychose, den politischen Strukturen und technologischen Möglichkeiten neu auszuhandeln
Jeffrey Sconce lehrt an der Northwestern University in Chicago. Er ist Autor des Buches “Haunted Media”, in dem er der Frage nachgeht, in welcher Art von imaginären Vorstellungen und populären Mythen die technische und gesellschaftliche Verfasstheit der Telemedien Radio und Fernsehen sich niederschlagen. So stellt er unter anderem einen Zusammenhang her zwischen der Verbreitung von Erzählungen über die Invasion Außerirdischer und der Ausbreitung der monopolistischen Radio Networks in den USA der 30er Jahre. Derzeit arbeitet Sconce an einem Buchprojekt über das Verhältnis von Psychose und elektronischen Medien im 19. und 20 Jahrhundert.
Der Vortrag findet statt im Rahmen des FSKollegs und ist der Abschluss des zweiten Trimesters dieser Veranstaltungsreihe. Das dritte Trimester beginnt im Oktober 2009, einen umfangreichen Praxisworkshop gibt es bereits Ende September. Weitere Informationen gegen Ende des Sommers!
Ewige Jugend durch Radiowellen - LIGNAS MUSIC BOX 9. Mai
Wie schön ist die Jugend, die doch so schnell vergeht. Vor allem, wenn man sie der Definitionsmacht des Sozialgesetzbuchs unterwirft und staunend zur Kenntnis nimmt, dass Jugendlicher ist, „wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist“. Ob dieser zeitlichen Limitierung ein wenig verwirrt, mag man Schopenhauer zustimmen, der feststellte: „Denn vom Standpunkte der Jugend aus gesehn, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkte des Alters aus, eine sehr kurze Vergangenheit."
Glück durch Radiowellen!
Samstag, den 13.12.2008, 20–23 Uhr auf FSK 93,0 MHz
Lignas Music Box: GLÜCK
Mag man sich erst einmal darauf einigen, Thomas von Aquins Diktum, das letzte Ziel des Menschen sei das Glück, grundlegend zu akzeptieren und dabei zum Beispiel von Brechts Einwänden vorübergehend absehen („…alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher“), so fangen die Differenzen unweigerlich bei der Definition dessen an, was denn das Glück sein soll. Rousseau wusste darauf nur eine Antwort zu geben:
Radio Osdorfer Born am 29.11. von 12 bis 14 Uhr
Das Radio geht spazieren in der Siedlung Osdorfer Born, es trifft an öffentlichen Orten Menschen, die hier leben und arbeiten, führt Gespräche mit ihnen und lässt sich den Ort zeigen, von dem viele schon gehört haben aber den nur wenige Hamburgerinnen und Hamburger kennen. Die Lifesendung wird über die Lautsprecher transportabler Radiogeräte vor Ort in den StadtRaum ihrer Entstehung übertragen und lädt alle dazu ein, ihre Erfahrungen mit derm Leben vor Ort zur Diskussion zu stellen.
Eine Kooperation von FSK und der Wiener Künstlerin Romana Hagyo
FSK Lizenz verlängert!
Frequenz für Freies Radio in Hamburg bis Ende 2012 gesichert!
Der Vorstand der Hamburgischen Anstalt für Neue Medien (HAM) hat die Lizenz des Freien Sender Kombinats (FSK) um weitere fünf Jahre verlängert! Sie wäre am 1. Januar 2008 abgelaufen. Bis Ende 2012 gibt es damit in Hamburg eine Fre-quenz für ein Radio, das sich dem Konformismus der privaten und öffentlichrechtlichen Sender entgegenstellt. Das Freie Sender Kombinat ist ein Freies Radio: Statt den Alltag zu untermalen, produziert es jeden Tag die praktische Kritik der Verhältnisse, in denen wir leben.
Die Verlängerung der Frequenz war keine Selbs-tverständlichkeit: Im Laufe der letzten fünf Jahre wurde in Hamburg der Offene Kanal abgeschafft und mit großen finanziellen Aufwand durch den hierarchischen Ausbildungskanal Tide ersetzt. Und im Hamburger Mediengesetz wurde der Pas-sus über nichtkommerziellen Lokalfunk gestrichen, der dem FSK 1996 erst ermöglichte, eine Frequenz zu erhalten. Verantwortlich für diese Entwicklungen war der neue Senat, der gleich nach Amtsantritt 2001 mit missionarischem Eifer vielen emanzipativen Projekten den Garaus machte – meist indem er ihnen den Geldhahn zudrehte. Das war beim FSK nicht möglich, denn es wird seit jeher von seinen HörerInnen finanziert – durch Fördermitgliedschaften. Es ist damit von staatlichen Geldern, parteilichen Einflüssen und privaten Einzelinteressen völlig unabhängig – das ist einzigartig in der Hamburger Medienland-schaft. Auch wenn zu fragen bleibt, warum einem Sender wie Tide seine Infrastruktur mit über einer Million Euro im Jahr aus GEZ-Gebühren finanziert wird, während FSK keinerlei Gelder erhält - die finanzielle Unabhängigkeit ist eine wichtige Vorraussetzung für eine unabhängige Bericht-erstattung
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